Andacht

Pfarrer Ulrich Pohl

Liebe Gemeinde,

Alles ändert sich. Das, was heute gilt, gilt das morgen noch? Oder gelten morgen bereits andere Regeln für unser Zusammenleben? Dürfen die Kinder zur Schule? Darf man wieder ohne Masken Bus fahren? Gibt es einen neuen R-Wert, und das, was wir erreicht haben, ist wieder hinfällig? Gibt es weitere wissenschaftliche Erkenntnisse, hoffnungsvolle medizinische Entwicklungen? Wir leben in einer Zeit, in der es ständig etwas gibt, worauf man sich neu einstellen muss. Das ist interessant und spannend. Aber es ist eben auch anstrengend und ermüdend.

Die Kirche dagegen hat mit Dingen zu tun, die beständig sind. Jedes Jahr im Frühling wird es Ostern, zum Beispiel, das Fest der Auferstehung. Und sieben Wochen später ist Pfingsten, das ist das Fest des heiligen Geistes. Diese beiden Feste feiert die Christenheit nun schon seit 2000 Jahren. In den letzten Jahrzehnten haben viele Menschen das als eintönig empfunden, als langweilig gar. Sie haben versucht, die alten Feste mit neuem Leben zu füllen. Aber es blieben eben immer noch die alten Feste.

Dieses Jahr ist es anders. In einer Zeit, in der sich die Alltagsbedingungen von einem Tag auf den anderen mitunter dramatisch ändern, hat es etwas Entlastendes, wenn die Menschen einen Ort haben, an dem im Grunde alles bleibt, wie es ist. Und einen Ort, an dem sie daran denken können: Das Leben ist viel mehr als das, was jetzt ist. Das Leben ist ewig.

Das, was heute gilt, gilt das morgen auch noch? Aber ja. Die wirklich wichtigen Dinge haben Bestand: Wir kommen von Gott her und gehen auf Gott hin. Und auf dem Weg von hier nach dort ist Gott bei uns. Kann sein, wir spüren das nicht. Aber stimmen tut es trotzdem. 

Eine gute Zeit von Ostern bis Pfingsten und darüber hinaus wünscht Ihnen

Ihr
Pfarrer Ulrich Pohl