Zum Abschied Pfarrer Gres

Pfarrer Martin Gres geht in den Ruhestand

 

Der 31. Dezember 2020 ist der letzte Arbeitstag von Pfarrer Martin Gres. Eine lange Dienstzeit nähert sich dem Ende. Wer hätte vor 37 Jahren und fünf Monaten gedacht, dass Martin Gres so viele Jahre in unserer Gemeinde tätig sein wird! Als Nachfolger von Pfarrer Karl-Erich Pönitz wurde er am 16. Mai 1985 durch den damaligen Superintendenten Kurt Bergerhof in das Amt eingeführt. Zuvor war er von 1983 bis 1985 als Pastor im Hilfsdienst in der Gemeinde tätig. 

Lieber Martin, du begannst Deinen Dienst in einer gut aufgestellten Gemeinde. Engagierte ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeitende – Gemeindesekretärin, Küsterin, Hausmeisterin, Organistin und Jugendleiterin – sowie eine große Anzahl von Gemeindemitgliedern erwarteten neugierig und gespannt, aber auch kritisch den neuen Pfarrer. Du lebtest Dich gut in der Gemeinde ein und die Gemeinde war zufrieden mit Dir.

37 Jahre Gemeindepfarrer, diese Zeit war gefüllt mit so vielen Taufen (deine ersten getauften Kinder sind heute mindestens 37 Jahre alt), Konfirmationen, Trauungen und Beerdigungen, Gottesdiensten, Passions- und Adventsandachten. Es gab viele Ausschusssitzungen und Mitarbeiterbesprechungen. Überall warst Du dabei. Aber vor allem warst Du Gemeindepfarrer, der Pfarrer, der nicht nur an den vielfältigen Gemeindeaktivitäten teilnahm, sondern es auch lebte, in den Kinder-, Jugend-, Erwachsenen- oder Seniorenangeboten. Hier einige Beispiele: die Konfirmandenrüstzeiten in Weeze und im Eichenkreuzheim, Mitarbeiterschulungen, Seniorenfrühstück, Ausflüge, Frauenhilfe, Männerforum, Kinder- und Jugendfreizeiten,  Seniorenadventsfeiern, Gemeindefeste und viele Veranstaltungen mehr. Der Platz reicht nicht aus, um alle aufzuführen.

Wie viele Begegnungen, Beziehungen und Gespräche hast Du in dieser Zeit erlebt, wie viele freudige und traurige Erlebnisse einzelner Gemeindemitglieder begleitet. Die Gemeinde hat sich weiter entwickelt und auch jetzt stehen Veränderungen an. Die Anzahl der Gemeindemitglieder sinkt und damit auch der Anspruch auf eine Vollzeitpfarrstelle. Sicherlich ist es nicht leicht, in dieser Zeit in den Ruhestand zu treten. Dein letztes Jahr haben wir uns alle anders vorgestellt. Du Dir sicherlich auch. Vieles musste wegen Corona ausfallen und umgeplant werden. Leider auch geplante Veranstaltungen zu Deinem Abschied.

Lieber Martin, die Gemeinde, das Presbyterium, die ehrenamtlich und hauptamtlich Mitarbeitenden danken Dir ganz herzlich, dass Du so viele Jahre in der Gemeinde Scherpenberg unser Pfarrer warst. Du hast das Gemeindeleben mitgeprägt und bist der vertraute Pfarrer für viele Scherpenberger. Ein Pfarrer, der offen für neue Ideen und Impulse war, ein Pfarrer, der sich nicht zu schade war, auch einmal mit anzupacken (z. B. Pavillons aufbauen, den Grill bedienen, Stühle schleppen). Du warst das vertraute Gesicht auf der Kanzel und viele lieben deine Predigten. Wir werden Dich vermissen. Für Deinen Ruhestand wünschen wir Dir alles Gute und Gesundheit. Möge es Dir gelingen, Deinen neuen Lebensabschnitt mit all dem zu füllen, was Dir gut tut.

Im Namen des Presbyterium und der hauptamtlichen Mitarbeiterinnen
i.V. Rita Schweitzer

 

Schade, dass Du gehst. Du wirst uns fehlen! Deine zugewandte, wertschätzende Art und Weise, mit der Du Deinen Dienst ausgeübt hast, war Ausdruck Deiner Haltung, mit der Du Menschen grundsätzlich begegnet bist. Ihre Gedanken und Nöte interessierten Dich. Treue und Verlässlichkeit waren Dir wichtig. Manches Mal habe ich erlebt, wie „hinter Deinem Rücken“ über Dich geredet wurde: Mich hat beeindruckt, mit wie viel Wertschätzung und Achtung da über Dich und Deine Arbeit gesprochen wurde. 

Dass unsere Beziehung zu Scherpenberg so gut und vertrauensvoll ist, das ist auch Dir zu verdanken. Wenn wir Hilfe brauchten, warst Du immer zur Stelle. Ohne viel Worte hast Du Vertretungen übernommen und uns mit Rat und Kraft zur Seite gestanden, als wir hier in Hochstraß Deine Unterstützung brauchten. Deine ruhige und besonnene Art hat uns gut getan. In den letzten Jahren sind wir als Gemeinden enger zusammengerückt. Besondere Höhepunkte waren die gemeinsamen Gottesdienste. Darüber hinaus haben wir gemeinsam neue Projekte geplant, die erst nach Deinem Gehen umgesetzt werden und die zum Ziel haben, Deine Arbeit auf mehreren Schultern zu legen. Dass es möglich war, so etwas zu planen, ist auch Deiner Bereitschaft zu verdanken, Dich bis zum Ende Deines Dienstes immer wieder auf neue Wege und Gedanken einzulassen. 

Wir wünschen Dir für Deinen weiteren Weg Gottes Segen und Geleit. 

Pfarrer Tobias v. Boehn 
(im Namen Deiner Nachbargemeinde Moers-Hochstraß)

 

Lieber Martin,

wir danken dir für 12 Jahre, in denen du uns ein sehr guter nachbarschaftlicher Kollege gewesen bist. Freundlichkeit, Spaß und konstruktive Zusammenarbeit waren immer dabei auf der ‚Insel mit zwei Bergen‘. 

Herzliche Grüße aus Mallorca senden dir 
Holmfried Braun & Martje Mechels
(Deutschsprachige Ev. Gemeinde auf den Balearen, ehemals Nachbargemeinde Moers-Asberg)

 

Ein herzliches Dankeschön an Martin für die intensive und sehr bereichernde Zusammenarbeit zwischen der evangelischen Gemeinde und St. Konrad in den vergangenen 20 Jahren. 

Kathrin Stürznickel, Pastoralreferentin
(im Namen Deiner katholischen Nachbargemeinde St. Konrad)

 

Als ich vor zweieinhalb Jahren in Moers anfing, führten mich meine ersten Besuche auch zu den evangelischen Kolleginnen und Kollegen, darunter Martin Gres in Scherpenberg. 

Wir haben schnell einen Draht zueinander gefunden, so gehen wir beide gerne schwimmen oder ins Fitnessstudio, und haben bei gemeinsamen Gottesdiensten am Pfingstmontag oder Buß- und Bettag die Ökumene, das gemeinsame Haus, mit Leben gefüllt. Es war immer unkompliziert, mit Pfarrer Gres zusammenzuarbeiten; ohne in große Diskussionen zu fallen, haben wir uns auf das Wesentliche geeinigt und auch noch Platz für ein paar Sticheleien gefunden, gelegentlich auch beim Mittagstisch unten im Gemeindezentrum, wo ich ja ein eigenes Fläschchen Zitronensaft gekauft habe, quasi ein katholisches, um nicht jeden Freitag das evangelische beim Nachbartisch mit Pfarrer Gres erbitten zu müssen. In Erinnerung bleibt auch die Fahrt im Riesenrad auf der Kirmes in Moers, die ruhig und gleichmäßig war, wie es sich für zwei Männer um die 60 gehört. Der kleine Altersunterschied machte sich dann doch  bemerkbar, als ich Pfarrer Gres zum Fahrgeschäft Breakdance überreden wollte, ohne Erfolg. Da hat er den Ruhestand schon ein bisschen vorweggenommen.

Martin, du darfst es jetzt langsamer angehen lassen, aber bleib in Bewegung, im Studio, im Schwimmbad, auch im Kopf, auf dem Weg des Lebens, mit Freude und Gottes gutem Segen, der mit dir und um dich herum sein möge.

Pfarrer Fliß